14. SGW-Teamkampf: Vom letzten Startplatz zum Aufstieg

Gestern Dienstag hat das Onlineteam der Schachgesellschaft Winterthur mit der bisher höchsten Beteiligung von zwölf zum zweiten Mal den Aufstieg in die oberste Spielklasse geschafft. Die SGW erzielte 113 Punkte und eroberte den dritten Rang punktgleich mit dem SC Therwil hinter dem Siegerteam Geneva Chess Club (123).

Gespielt wurde Blitz 3+2 mit zehn Mannschaften zu je fünf Leadern aus beliebig vielen Teilnehmern. Die ersten drei Teams steigen auf, die letzten drei steigen ab. Die Arena dauerte 90 Minuten.

Die Punktelieferanten

Unser Top-Leader Benedict Hasenohr gewann die Einzelwertung der insgesamt 100 Teilnehmer hoch überlegen mit acht Punkten (16 Prozent) Vorsprung. Auch Thomas Eberle schaffte es mit einer sehr guten Leistung in die Top Ten. Rolf Benz zeigte Mut, versuchte trotz Inkrement zwei Berserkpartien mit gemischtem Ergebnis, kam aber trotzdem noch an die erwartete Turnierleistung heran. Daniel Almeida, sonst ein zuverlässiger Punktelieferant, hatte Pech mit seiner Internetverbindung und verlor deswegen mindestens vier Partien. Ohne dieses Missgeschick wäre vielleicht sogar der Gruppensieg in Reichweite gelegen. Last but not least gelang Paul Lincke der Sprung von ganz hinten in die Punkteränge.

Feld von hinten aufgerollt

Nach dem tollen Teamerfolg hat es allerdings zwei Minuten vor Turnierbeginn nicht ausgesehen. Winterthur befand sich mit einem Leader in den Top Ten und dem Rest so ungefähr in den Bottom Ten – ohne eine einzige Reserve. Doch kaum hatte das Turnier Fahrt aufgenommen, wurde dieser Bodensatz sehr erfreulich aufgewirbelt, und die riesige Lücke in den Spielstärken begann sich durch starke Nachzügler zu füllen. Die SGW rollte das ganze Feld von hinten auf, setzte sich schon bald auf einen Podestplatz und gab diesen bis zum Schluss nicht mehr ab.

Der Berichterstatter hatte dank Startsieg und zwei erfolgreichen Berserk-Killings in den ersten fünf Runden gut begonnen. Aber wegen mächtig aufgeblasener Leistungsziffer bekam er es danach nur noch mit extrastarken Gegnern zu tun, die offenbar den Braten gerochen und keine Lust mehr auf Berserk hatten. Etwa bei Turnierhälfte wurden seine Punkte zum Streichresultat, worauf die Sache für ihn gelaufen war. So konnte er ruhigen Gewissens, aber um so gespannter beim Rennen um die Aufstiegsplätze mitfiebern und Benedict bei seinem Kampf um den Einzelsieg über die Schulter gucken.

Überzeugende Lektion in Gewinntaktik

Besonders faszinierend war die Gewinntaktik, die Benedict demonstrierte: Schnelle Eröffnung mit klarem Plan, offerierten Tausch von Figuren im Prinzip ablehnen (drohend oder lavierend wegziehen oder am schönsten mit Zwischenzug stehen lassen). Das sieht alles so einfach und logisch aus, ist jedoch sehr schwer umzusetzen, wenn man selber die Maus führt oder den Touchscreen antippt.

Benedict hat sämtliche Partien mit normaler Bedenkzeit gewonnen. Ein einziges Berserk hat er versucht, und das ging schief.

Einzelergebnisse der zwölf Teammitglieder

Rang Name Spielstärke Punkte Partien Leistung relativ Berserkrate
1 Benedict Hasenohr 2375 48 15 2646 271 7%
7 Thomas Eberle 2057 28 16 2166 109 31%
42 Rolf Benz 2230 15 11 2194 -36 18%
53 Daniel Almeida 2067 13 16 1719 -348 31%
72 Paul Lincke 1534 9 14 1612 78  
  Total   113        
  Reserve:            
67 Christian Fluri 1759 8 11 1809 50  
82 Norbert Hies 1570 8 14 1593 23  
87 Christian Bachmann 1622 6 7 1915 293  
88 Andi Dietrich 1622 6 12 1557 -65  
92 Walter Haag 1499 4 14 1574 75  
93 Patrik Zoller 1751 3 9 1530 -221  
95 Ruth Huber 1434 1 12 1362 -72  
               
  Mittelwert 1793   13 1806 13  

Die SGW spielt wieder in der 1. Liga

Die nächste Swiss Team Battle findet am Dienstag, 26. Januar 2021 von 19:30 bis 21:00 Uhr statt.

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